Der Igel schmatzt
Sockenmond · So entstehen die Geschichten · Stand
Papa stellt zwei Schälchen auf die Wiese. In einem ist Wasser. In dem anderen ist Katzenfutter. „Für wen ist das?“, fragt Hamza. „Für den Igel“, sagt Papa. „Der kommt, wenn es dunkel wird.“
Es ist Herbst. Unter der Hecke liegt viel Laub. Papa und Hamza setzen sich auf die Treppe vor der Küche. Die Küchentür ist offen. Das Licht fällt auf die Treppe. Papa legt Hamza seine Strickjacke um. Die ist viel zu groß.
„Kommt er jetzt?“, fragt Hamza. „Noch nicht“, sagt Papa.
Hamza läuft die Treppe runter. Und wieder rauf. Und wieder runter. „Igel mögen es leise“, sagt Papa. Hamza setzt sich wieder hin. „Kommt er jetzt?“, flüstert Hamza. Ganz laut. „Noch nicht“, sagt Papa.
Hamza geht zu den Schälchen. Er riecht am Katzenfutter. Dann hält er sich die Nase zu. „Das isst der Igel?“ „Das mag er“, sagt Papa.
Hamza zieht die Strickjacke über den Kopf. Er macht sich ganz rund. „Guck mal, Papa.“ Papa streicht über die runde Strickjacke. „Keine Stacheln“, sagt Papa. „Kommt er jetzt?“, fragt Hamza unter der Strickjacke. „Noch nicht“, sagt Papa.
Es wird dunkel. Über der Hecke steht der Mond. „Jetzt?“, fragt Hamza. „Noch nicht“, sagt Papa. Ganz leise. Papa reibt sich die Arme. Hamza hat die Strickjacke. Hamza guckt zu den Schälchen.
Wo ist der Igel? Schon am Schälchen. Da ist er. Der Igel ist rund und hat viele Stacheln. Vorne ist eine spitze Nase. Seine Beine sieht man kaum. Er frisst. Schmatz, schmatz, macht der Igel. Der Igel ist gar nicht leise. Er schmatzt lauter, als Hamza flüstert.
Hamza tippt Papa an die Hand. Einmal, ganz leicht. Papa guckt zu Hamza. Hamza zeigt auf den Igel. Er sagt nichts. Papa sagt auch nichts. Er nickt nur. Zusammen gucken sie zu.
Der Igel frisst das Schälchen leer. Dann trinkt er Wasser. Er dreht sich um und läuft zurück unter die Hecke. Weg ist er. „Tschüss, Igel“, flüstert Hamza. Diesmal ganz leise.
Später liegt Hamza im Bett. Papas Strickjacke liegt über seinen Füßen. Das Schälchen ist leer. Der Igel ist satt. Gute Nacht, Igel.